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Autor Thema: Erfahrungsbericht: GIGABYTE Aero 15X v8 nach 2 Monaten  (Gelesen 320 mal)

xylocrema

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Erfahrungsbericht: GIGABYTE Aero 15X v8 nach 2 Monaten
« am: November 02, 2018, 12:22:53 »
Seit zwei Monaten bin ich im Besitz des GIGABYTE Aero 15 X mit einem Intel Prozessor der 8. Generation. Es ersetzt mein inzwischen 5 Jahre altes IdeaPad Y580 von Lenovo.

Das IdeaPad hatte mir damals gut gefallen, weil es in gewissermaßen ein „Wolf im Schafspelz“ war: Es hatte einen leistungsstarken Core i7 Prozessor und eine ausreichend leistungsfähige, dedizierte Grafikkarte. Dabei hatte es ein dezentes, solides Gehäuse aus Aluminium und schwarzem Kunststoff und verzichtete auf auffällige Designelemente, wie man sie bei auf Gaming ausgelegte Laptops antrifft. Dass beim IdeaPad in Sachen Mobilität Abstriche gemacht wurden, war für mich nicht so ausschlaggebend. Verwendet wurde der Laptop nämlich vor allen Dingen zuhause.

Ich hatte mich schon 2017 mit dem Ersatz beschäftigt. Der Ersatz sollte vergleichbare Qualitäten haben wie das alte Gerät von Lenovo, also gute Performance in einem unauffälligen Gerät. Nachdem ich mir auch von Dell das XPS 15, sowie von Razer das Blade angesehen hatte, kam neben dem Aero 15 X noch von Acer das Aspire V15 Black Edition in die nähere Auswahl. Aufgrund des Bekanntwerdens von Spectre und Meltdown, sowie dem Trend zu mehr Cores den AMD mit Ryzen gestartet hatte, hatte ich mich aber dazu entschlossen einen Refresh mit den neuen Intel Core Prozessoren der 8. Generation abzuwarten. Da Acer das Aspire Black Edition durch das Nitro5 ersetzte, welches wieder auf ein auffälligeres Gaming-Design setzt, fiel die Entscheidung letztendlich automatisch auf das Aero 15 X v8 von GIGABYTE.

Die ausgesprochen gute Leistung von dem Laptop wurde in Benchmarks von diversen Testberichten bestätigt und ist von Gerät zu Gerät vergleichbar. Deshalb werde ich an dieser Stelle nicht gesondert darauf eingehen. Vielmehr möchte ich meine Erfahrungen mit dem Gerät teilen:


Schummeln bei der Ausstattung:
Nachdem ich das neue Aero erhalten hatte, führte ich einige Benchmarks aus und verglich einige Werte mit Benchmarks diverser Testberichte. Relativ schnell viel dabei auf, dass das Gerät im Bereich Speicherleistung wesentlich schlechter abschnitt, als bei den Review-Units, die die Presse bekommen hatte. Während das Gerät von Notebookcheck.com mit einer SSD von Toshiba ausgestattet war und mit 2.2 GB/s lesen, bzw. mit 1.1 GB/s schreiben konnte, lag mein Gerät bei lediglich 1.2 GB Lesegeschwindigkeit. Erschreckend war, dass die Schreibgeschwindigkeit mit 105 MB/s etwa um den Faktor 10 schlechter war, als bei dem Tester für die Presse. Wie sich herausstellt, so wurde mein Gerät mit einer SSD von Transcend ausgeliefert. Zwar kenne ich USB Sticks von diesem Hersteller, wusste jedoch nicht, dass es auch SSDs von der Marke gibt. Die schlechte Leistung wohl vor allen Dingen damit zu tun, dass der Schreibcache aus einem mir nicht nachvollziehbarem Grund deaktiviert ist und sich auch immer wieder automatisch deaktiviert, nachdem man ihn manuell aktiviert.

Eine weitere Abweichungen zu den Review-Geräten ist, dass in meinem Gerät anstelle des G.Skill RAMs ein etwas langsamerer Kingston-Arbeitsspeicher verbaut wurde.

Selbstverständlich kaufen Computer-Hersteller ihre Komponenten bei verschiedenen Lieferanten ein. Ein vergleichsweise kleiner Hersteller wie GIGABYTE hat es evtl. schwer von großen Herstellern wie Toshiba, Micron oder Samsung gute Konditionen zu bekommen. Die verbaute SSD von Transcend passt aber weder von der Leistung, noch vom Ruf des Lieferanten, zu einem High-End Laptop in dieser Preisklasse. Mit den Fakten konfrontiert antwortete GIGABYTE, dass die verwendeten Komponenten lediglich den eigenen Anforderungen entsprechen müssten. Anscheinend sind diese nicht sehr hoch angesetzt, trotz des zweifelsfrei hohen Preises für den Laptop.


Out-of-the-box experience:
Damit meine ich das Benutzungserlebnis mit dem vorinstallierten Betriebssystem, ohne irgendetwas neu installiert zu haben oder Updates von der Website zu installieren. Leider ist dieses Erlebnis nicht so ausgefeilt, wie man in dieser Preisklasse und im Jahr 2018 erwarten könnte und sollte. Zwar hält sich die Menge an vorinstallierter Bloatware in Grenzen (ich meine, dass die meiste Bloatware von Windows 10 kommt und nicht von GIGABYTE). Aber von Anfang an nervt die Maus, die alle paar Sekunden für einen Moment lang einfriert, weil Nvidias Optimus nicht so richtig funktioniert. Schon mein IdeaPad von vor 5 Jahren hatte Nvidia Optimus und hatte dabei nie Probleme mit einem einfrierenden Cursor. Das Problem scheint fest in das Recovery Image eingebaut zu sein und nur ein echtes Neuinstallieren von Windows konnte das Problem bei mir beseitigen.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ich auch nach einer komplett frischen Neuinstallation etwa einmal am Tag, ziemlich genau im 24-Stunden-Takt, einen Bluescreen erlebt habe. Nachdem ich Windows jedoch ein weiteres Mal neu installiert habe, haben die Bluescreens aufgehört.


Utilities:
Die von GIGABYTE entwickelten und mit dem Laptop ausgelieferten Programme zur Steuerung des Gerätes zeigen leider allerlei Schwächen und repräsentieren damit die Probleme in der Qualitätssicherung und der Arbeitseinstellung dieses Herstellers. Z.B. war es mit der beim Lieferzeitpunkt installierten Version des Tools „Smart Manager“, mit dem diverse Parameter des Laptops gesteuert werden können, nicht möglich das Popup beim Verändern der Lautstärke etc. abzustellen. Da Windows 10 ohnehin eine kleine Anzeige einblendet, wenn die Lautstärke geändert wird, war es also doppelt. In der aktuellen Version kann man das OSD des SmartManagers zwar ausstellen, aber im Alt+Tab-Menü erscheint ständig ein unsichtbares Programm mit dem Namen "GBOSD". Schlecht.

Außerdem gibt es keine Dokumentation für den SmartManager. Mit der Funktion „Charging Policy“ lässt sich einstellen, wie voll der Akku maximal geladen wird. Das ist sehr gut wenn man den Laptop viel am Netz angeschlossen lässt, denn die Lebensdauer des Akkus wird erheblich verlängert, wenn er nicht ständig bei 100% steht. Aber: Das Programm erklärt nirgends was die Lademodi „Standard“, „Express“, und „Quality“ bedeuten.

Auffällig ist auch, wie groß die Software ist. Die aktuelle Version ist ein über 90 MB großer Download, der nach der Installation 124 MB Platz einnimmt. Das ist viel für ein Programm mit einem so eingeschränkten Nutzen. Entsprechend langsam startet die Software, was ich als störend empfinde.

Obwohl Smart Manager für allerlei Funktionen des Laptops benötigt wird, gibt es keine Taste auf der Tastatur um den Smart Manager zu starten. Das lässt sich zum Glück mit dem Programm „Fusion“ nachrüsten.


Tastaturbeleuchtung / GIGABYTE Fusion:
Mein alter Lenovo hatte bereits eine mit weißem Hintergrundlicht beleuchtete Tastatur und ich habe diese Tastenbeleuchtung geliebt. Sie hat die Arbeit im Dunkeln, auch wenn man blind tippen kann, ganz erheblich erleichtert. Insofern war ich begeistert von den theoretischen Möglichkeiten einer RGB-beleuchteten Tastatur. Schade nur, dass hier extrem viel Potential verschenkt wird. Aber Vorweg zur Hardware:

Die Tasten haben einen wesentlich härteren Anschlag als in meinem alten Lenovo Laptop. Anfangs war es eine gewisse Umstellung, bis ich etwa genauso sicher auf dem neuen Laptop tippen konnte. Das ist aber bei jedem neuen Laptop so und meiner Meinung nach nicht kritikwürdig. Erwähnenswert ist allerdings, dass das Tippen auf der Aero 15X-Tastatur vergleichsweise laut ist.

Nun zur RGB-Beleuchtung: Die Ausleuchtung der Tasten ist nicht sehr sauber. Bei meinem Lenovo sah jede Taste gleichmäßig hell aus. Nicht so beim Aero 15 X, denn die Tab- und rechte Shift-Taste sind im Vergleich zur übrigen Tastatur wesentlich dunkler. Dies hat vermutlich mit der Position der LED unter der Tastatur zu tun. Auch bei anderen Tasten ist die LED nicht mittig unter der Tastenbeschriftung angebracht, z.B. der Enter-Taste auf dem Num-Block. Die Schrift auf der Taste leuchtet rechts wesentlich heller als links.
Wählt man weiß als Farbe für die Tastenbeleuchtung aus, hat man einen sichtbaren Farbverlauf zwischen Rot und Blau auf jeder Taste.

Anstrengend für die Augen ist außerdem die Tatsache, dass die Tasten nicht gleichmäßig beleuchtet werden, auch nicht bei voller Helligkeit. Nimmt man ein Video von der Tastaturbeleuchtung mit der Slow-Motion-Funktion eines Handys auf, so kann man sehen, dass die Tasten zeilenweise für einen kurzen  Moment aufleuchten, etwa zwölf Mal in der Sekunde. Das sieht man zwar nicht wenn man direkt auf die Tastatur schaut, aber das Flimmern nimmt man wahr wenn man mit den Augen eine Bewegung auf dem Bildschirm verfolgt und die Tastatur nur peripher sieht. Auch das sind feine Details, die ich in dieser Preislage nicht haben will.

Das Programm, mit dem man die Beleuchtung der Tastatur steuern kann, nennt sich GIGABYTE Fusion. Wie auch schon der Smart Manager, so startet dieses Programm sehr langsam. Es können nach dem Start diverse Animationen für die Tastaturbeleuchtung festgelegt werden, wobei sich neben der Helligkeit oft auch weitere Parameter einstellen lassen, z.B. Geschwindigkeit oder Richtung. Die meisten Animationen sind aber hässlich und nerven. Neon (langsamer Farbwechsel durch verschiedene, vordefinierte Farben) und Wave (Regenbogenfarben, die wahlweise längs oder quer über die Tastatur laufen) sind die einzigen Animationen, die schön genug und dezent genug sind, dass man sie auch für längere Zeit einschalten möchte.

Nun kommen wir aber zu den vielen Schwächen von Fusion.
Erstens: Es ist möglich für unterschiedliche Programme unterschiedliche Beleuchtungsmodi einzustellen, inklusive in unterschiedlichen Farben aufleuchtende Tasten. So habe ich zum Beispiel eingestellt, dass nur die Tasten für die Funktionen „nächster Titel“, „vorheriger Titel“ und „Lautstärke“ leuchten, wenn der VLC Media Player läuft. Das Problem ist aber, dass diese Tasten immer leuchten solange VLC läuft, auch wenn VLC im Hintergrund ist. Wenn also eine Musik-Playlist über VLC abgespielt wird, während ich im Netz surfe, leuchten die genannten vier Tasten. Im Browser bräuchte ich aber die normale Hintergrundbeleuchtung für die gesamte Tastatur. Das ist schlecht umgesetzt.

Zweitens: Fusion kann die Tastatur nicht statusabhängig beleuchten. Will heißen: es ist z.B. nicht möglich, dass durch das Aufleuchten der NumLk-Taste angezeigt wird, ob Num-Lock ein- oder ausgeschaltet ist. Ebenso wenig kann man den Nummernblock, in Abhängigkeit vom Num-Lock, in einer anderen Farbe beleuchten. Es ist auch nicht möglich, dass einzelne Tasten ihre Farbe ändern, wenn man z.B. Strg gedrückt hält. So könnte man in Office oder diversen Adobe-Tools wichtige Tastenkürzel hervorheben. Da sich dieser Laptop aufgrund des Formates und Preises wohl eher an Kreative, Programmierer und Freelancer richtet, als an reine Spieler, ist das unverständlich.

Drittens: Einzelnen Tasten lassen sich keine individuellen Animationen zuweisen. Beispiel: Ein DJ benutzt den Laptop um seine Aufführung zu machen. Mit einigen Tasten kann er Effekte auslösen oder Samples abspielen. Da wäre es praktisch, wenn einzelne Tasten nach dem betätigen eine Animation abspielen würden, die Tastatur sonst aber normal beleuchtet ist. Es gibt auch das ein oder andere Spiel, wo ich ein visuelles Feedback über die Tastatur beim Drücken spezifischer Tasten gut finden würde. Auch das geht nicht und zeigt, dass sich der Hersteller wenig mit den potentiellen Nutzungsszenarien auseinandergesetzt hat.

Viertens: Man kann immerhin jeder Taste ihre eigene Farbe zuweisen. Blockweise geht das auch, in dem man in GIGABYTE Fusion um mehrere Tasten einen Rahmen zieht. Die Software hat allerdings einen Bug: Beim Ziehen eines Rahmens wird die linke Shift-Taste nicht selektiert. Die Tastatur hat außerdem nur 5 Speicherplätze für individuelle Beleuchtungsmuster. Wer also ein paar Office-Programmen, Grafikprogrammen, einem Media Player und einer kleinen Auswahl von Spielen eigene Beleuchtungsmuster zuweisen will, kommt mit den 5 Speicherplätzen definitiv nicht aus.

xylocrema

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Re: Erfahrungsbericht: GIGABYTE Aero 15X v8 nach 2 Monaten
« Antwort #1 am: November 02, 2018, 12:25:44 »
Touchpad:
Das Touchpad ist schön groß und eben in das Gehäuse eingelassen. Da die Oberflächenstruktur sehr ähnlich ist wie die des Gehäuses, lässt sich nicht immer gut ertasten, dass man die Finger auf dem Touchpad hat. Beim MacBook spürt man den Unterschied dagegen recht gut, weil das Touchpad glatter ist, als das Alugehäuse. Ich habe mir deshalb eine Folie auf das Touchpad geklebt.

Leider hat GIGABYTE ein Touchpad von Elan verbaut. Im Vergleich zum Synaptics-Touchpad meines alten Lenovos, zum Touchpad eines Macbooks, oder auch zum Apple Magic Trackpad 2, welches ich bei der Arbeit verwende, ist es grottenschlecht. Insbesondere bei langsamen Fingerbewegungen ist das Elan-Pad extrem unpräzise. Immer wieder habe ich das Gefühl, als seien auf dem Bildschirm Stellen mit klebrigem Honig durch die ich den Cursor ziehen muss.

Ich kann absolut nicht nachvollziehen warum man nicht auf ein wesentlich besseres Touchpad von Synaptics gesetzt hat. Nochmals weise ich darauf hin, dass Grafiker sicherlich zu einer potentiellen Kundengruppe gehören. Wenn sie parallel auf einem Mac arbeiten, ist das Elan-Pad eine echte Zumutung.

Es ist für mich auch nicht verständlich, warum nicht einmal Windows Precision Touchpad von Elan verbaut wurde. Wer den diversen Anleitungen im Netz folgt und die Elan Precision Driver von Lenovo auf diesem Touchpad installiert, wird merken wie viel besser auch ein Elan-Touchpad sein kann. Ich kann allerdings allen Lesern nur davon abraten den Lenovo-Treiber zu verwenden. Denn:  im Batteriebetrieb macht der Treiber erhebliche Probleme. Wenn ein Programm läuft, das mehrmals in der Sekunde den Bildschirminhalt aktualisiert (z.B. der Taskmanager), dann bewegt sich der Cursor mit etwa zwei bis drei Sekunden Verzögerung. Ist der Laptop am Netz passiert das allerdings nicht.


Webcam, Mikrofone und Sensorik:
Die Webcam ist eher als Nosecam zu verstehen, denn sie sitzt im Display-Scharnier und filmt in einem sehr ungeschickten Winkel. Das hätte absolut nicht sein müssen. GIGABYTE hat zwischen Scharnier und Unterkante vom eigentlichen Display einen gut 2,5cm breiten, ungenutzten Rahmen gebaut, der nur von einem übergroßen AERO-Logo geziert wird. Hätte man das Display einfach einen Zentimeter weiter unten eingebaut, hätte die Webcam dahin gekonnt, wo sie hingehört – auf Augenhöhe über dem Display. Wer als Freelancer mal eine Videokonferenz mit dem Auftraggeber hat, wird sich nicht von seiner besten Seite präsentieren können.

Problematisch ist auch, dass die beiden Mikrofone links und rechts von der Webcam im Scharnier sitzen. Problematisch deshalb, weil sie genau im Luftstrom der lauten Lüfter sind. Laufen diese auf maximaler Geschwindigkeit, so ist bei normaler Lautstärke gesprochene Sprache nur noch sehr schlecht zu verstehen.

Die Mikrofone, die LED für die Webcam, die Webcam selbst und der Helligkeitssensor sind jeweils in individuellen Aussparungen verbaut worden. Die Mikrofone sind noch nicht einmal durch ein Gitter vor dem Eindringen von Staub geschützt. Der Helligkeitssensor sieht aus wie eine LED, ist aber keine. Insgesamt macht das einen unpräzisen und wenig wertigen Eindruck. Die Webcam, der Helligkeitssensor und die Status-LED für die Webcam gehören hinter ein einzelnes Glaselement über das Display. Die Mikrofone gehören nicht in den Luftstrom der Lüfter und sollten, je nach Position, durch ein feines Gitter abgedeckt sein.

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass der Sensor für das Zuklappen des Laptops schon anspricht, wenn das Display nur etwas weniger als zur Hälfte zugeklappt ist. Also etwa der Winkel den man wählen würde, wenn man den Laptop nur schnell von A nach B tragen möchte, ohne seine Arbeit zu unterbrechen. Ein Magnetschalter im Gehäuse, der erst anspricht wenn das Display wirklich zu ist, wäre eine wesentlich intelligentere Lösung gewesen.


Biometrie und Windows Hello:

Der Laptop hat leider weder einen Fingerabdrucksensor, noch unterstützt die Webcam Windows Hello. Schade.


Soundqualität:

Grundsätzlich ist es schwierig bei dünnen Gehäusen einen guten Klang zu produzieren. Die Soundqualität des Aero 15X eignet sich eigentlich nur für die Windows-Systemklänge. Die Lautsprecher haben keine Dynamik und überhaupt keine Tiefen. Sie werden auch nicht sonderlich laut, verzerren allerdings auch nicht bei maximaler Lautstärke. Dolby Atmos lässt den Klang zwar insgesamt lauter wirken, dafür verschwinden die Mitten komplett aus dem Klangbild.

Mein Arbeitscomputer, ein MacBook Pro von 2013, ist vergleichbar dünn wie das Aero 15X, klingt aber wesentlich voluminöser und mit viel besseren Tiefen. Guter Klang aus einem dünnen Computer ist also kein Ding der Unmöglichkeit.


Das Gehäuse:
Zugeklappt ist der Laptop schön dünn und bei der Verwendung gibt weder die Tastatur nach, noch die Handballenauflage links oder rechts des Touchpads. So sollte es aber auch sein, wenn man 2500 € für einen Laptop auf den Ladentisch blättert. Der Displaydeckel gibt zwar ein kleines bisschen nach, ich habe deshalb aber keine Angst den Laptop im Rucksack zusammen mit anderen Dingen zu transportieren. Allerdings ist bedauerlich, dass GIGABYTE die Oberfläche nicht behandelt hat, um sie fettabweisend zu machen. Dell hat bei dem wesentlich günstigeren XPS 13 sogar eine besondere Oberflächenbeschichtung verwendet, von der sich selbst ein Edding abwischen lässt.

Im Displaydeckel ist ein GIGABYTE-Logo, welches über eine separate Stromversorgung beleuchtet wird. Die Leuchtstärke ändert sich nicht mit der Displayhelligkeit und ist in einem dunklen Raum entschieden zu hell. Schaut man zum Beispiel einen Film und hat weiße Wände, reicht das Licht vom GIGABYTE-Logo um den Raum störend auszuleuchten. Ich habe eine schwarze Folie in Carbon-Optik auf den Deckel geklebt und das Problem damit gelöst, unnötig Strom verbrauchen tut das Logo aber trotzdem. Eine Koppelung an die Displaybeleuchtung, oder gar eine getrennte Steuerung über den SmartManager, wären hier die elegantere Lösung gewesen.

Die schwarzen Bereiche in den Buchstaben A und B des GIGABYTE-Logos (die Punzen), sind übrigens nicht aus Metall, wie das restliche Gehäuse, sondern das Logo wurde an der Stelle nur von innen schwarz bedruckt. Auch hier hat sich GIGABYTE für die billige anstatt für die schöne Lösung entschieden.


Das Ladegerät:
Im direkten Vergleich zu meinem alten Lenovo ist das Ladegerät etwa doppelt so groß und auch mindestens doppelt so schwer. Wer sein Ladekabel mitnehmen muss, der hat ordentlich zu schleppen. Positiv fällt auf, dass sich das Kabel leicht um das Ladegerät wickeln lässt. Und, als besonderen Bonus hat das Ladegerät sogar einen USB-Port um sein Handy daran zu laden. Jedes Laptop-Ladegerät der Welt sollte mit dieser Funktion ausgestattet werden!


Langsamer Support:
Käufer, die diesen Laptop produktiv einsetzen wollen sind im Zweifelsfall auf schnellen Support angewiesen. Zwar bietet GIGABYTE für den Laptop eine zweijährige Garantie, die sogar weltweit gültig sein soll, der Support ist aber zumindest per E-Mail nur schlecht zu erreichen. Ich habe mich 2x an den Support gewendet, im ersten Fall betrug die Bearbeitungszeit 10 Tage, im zweiten Fall waren es immerhin nur 6 Tage. In einem der beiden Fälle war die Antwort nicht zutreffend.


Nun ist die große Frage, ob ich den Laptop so empfehlen würde und wer ihn sich kaufen sollte. Wer tatsächlich ein sehr dünnes Notebook mit viel Power und sehr langer Akkulaufzeit benötigt, findet wenig Alternativen am Markt. Wer mit etwas weniger Leistung auskommt oder bei der Mobilität Kompromisse machen kann, findet bei größeren Herstellern Geräte mit einem attraktiveren Preis-Leistungs-Verhältnis. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich den Laptop nicht noch einmal kaufen würde, wenn ich von den oben genannten schwächen gewusst hätte – jedenfalls nicht zu dem Preis von 2500 €


 

 
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