Notebookcheck

Autor Thema: Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre  (Gelesen 1060 mal)

Redaktion

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Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre
« am: Februar 15, 2017, 09:03:21 »
Häufig ist der Vorwurf zu hören, Intel würde keine echten Fortschritte bei seinen Prozessoren, insbesondere bei den Mobile-Varianten, machen. Ob an dem Klichee was dran ist, und wenn ja, aus welchen Gründen der Konzern sich so verhält, wird in diesem Spezialartikel zu diesem Thema geklärt.

http://www.notebookcheck.com/Intel-Entwicklung-der-letzten-6-Jahre.195794.0.html

Messerjocke

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Re: Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre
« Antwort #1 am: Februar 15, 2017, 09:50:31 »
Schöner Hintergrund-Artikel. Chapeau!

Me

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Re: Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre
« Antwort #2 am: Februar 15, 2017, 09:59:08 »
"Nicht zu vergessen ist die im Jahr 2010 eingeführte Hyperthreading-Technologie, welche es ermöglicht, zwei Aufgaben parallel auf einem Prozessorkern laufen zu lassen, was in Anwendungen, die auf das Ausnutzen aller Kerne optimiert sind, zu einer deutlichen Performancesteigerung führen kann."

HT gibt es schon deutlich länger.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Pentium-4-3-06-GHz-mit-Hyper-Threading-70295.html

Was bringt HT? Bessere Auslastung der Pipeline der Ausführungseinheiten auf der CPU durch schnelle Kontextwechsel, die durch Verdopplung des Registersatzes ermöglicht werden.

Aerys

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Re: Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre
« Antwort #3 am: Februar 15, 2017, 11:50:17 »
Sehr interessant zu erfahren, wie gut alte Prozessoren doch noch im Vergleich zu den neuen dastehen. Ich tippe selber gerade auf einem Gerät mit i7-2670QM, der leistungsmäßig also noch dicke reichen würde. Leider hilft mir so viel CPU-Leistung aber nicht viel, wenn dafür die GPUs so schnell veralten :(

Robert Jasiek

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Re: Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre
« Antwort #4 am: Februar 15, 2017, 12:59:57 »
Wäre alles nicht so schlimm, wenn da nicht das Problem mit den Tablet-CPUs wäre, die seit Jahren bei ca. 2/3 der Single-Thread-Geschwindigkeit von Core i3 der ersten Generation dümpeln. Bei Gleichheit wären Tablets mit energieeffizienten CPUs gut genug für alle einfachen Nutzungen im Multitasking.

Oli

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Re: Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre
« Antwort #5 am: Februar 26, 2017, 12:19:07 »
Also Hyperthreading gibt es deutlich länger als 2010. Es wurde 2010 wieder eingeführt.

Beste Grüße Oli

JKM

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Re: Intel - Entwicklung der letzten 6 Jahre
« Antwort #6 am: Juni 12, 2017, 10:39:41 »
Dass dies hauptsächlich an der Entwicklungsfaulheit von Intel liegt, lässt sich durch einen Blick auf andere Chipmärkte bestätigen, so z.B. im Grafikkartensektor.
Kann man auch erklären, was eine Entwicklungsfaulheit ist? - Also, ein Konzern, welches im Jahr vielleicht 10 Mrd. $ pro Jahr für Forschung & Entwicklung ausgibt, verlagt, dass ihere Mitarbeiter mit Mega-Gehälter von so 3000 bis 7000?. Euro Netto während ihrer kostbaren Arbeitszeit faulenzen?

Das ernüchternde Fazit lautet, dass sich Intel in den letzten Jahren nur äußerst langsam weiterentwickelt hat. Dies liegt vermutlich daran, dass es AMD seit dem Flop der Bulldozer-Architektur nicht mehr geschafft hat, eine vernünftige Alternative auf dem Prozessor-Markt zu bieten.
Das Bölde ist nur, dass AMD in den letzten 5,5 Jahren (4 Jahre davon Zen, und 1,5 Jahre Zen2) davon die Zen Architektur entwickelt hat. Bulldozer wurde so 2005-2010 entwickelt, und damals sprach keiner davon, dass AMD zwischen 2005 und 2010 faulenzte.

Vor Zen hat AMD offensichtlich die IP-Technik, die automatische Architektur-Entwicklung und das High-Density-Verfahren für den großen x86-Core (= hohe Takte = 2,5-4 Ghz) entwickelt, welches sie davor bei kleinen x86-Core (= mittlere Takte = bis 2,5 Ghz) angewendet wurde. Das dürfte 2010-2012 gewesen sein, wo übrigens Streamroller & Excavator parallel dazu & disbezüglich bzw. in Abhängigkeit dieser Techniken entwickelt wurde.

Mit der Aussage der Faulheit disqualifizieren sich die PC-Tester, die eben nicht lernten, wie man richtig testet und somit bewertet. Diese Tester wissen auch nicht, dass parallel zu den +22%-IPC-Steigerung der Core iX-Serie auch AMD eine +22%-IPC-Steigerung (Chinebench) zwischen Bulldozer(oder Piledriver?) und Excvator schaffte.

Und das ist eben interessant, wenn PC-Tester die selben Steigerung bei der einen Firma als faulenzen bezeichnen und bei der anderen Firma als flop. Oder in der heutigen Zeit nennt man es Fake News, wenn man bei gleichen Zahlen anderes interpretiert.

Und bevor jetzt einer beheuptet, die Core iX-Architektur wäre schon ausgereitzt, wodurch kein großen IPC-Steigerungen möglich sind. Das wäre ebenfalls der Behauptung widersprichen, dass Intel wegen eines angeblichen Bulldozer-Flops dann letzlich in der Architektur-Entwicklung zum faulenzen begann.

Ach ja, und plötzlich schaffte AMD 7,5 Jahre später das Wunder aus dem nichts. Zwar primär weil Zen von Grund auf per High-Density-Verfahren & der Automatischen Tool-Entwicklung entwickelt wurde, welches als Architektur-Entwicklung zwischen 2010 und 2012 als langsames Entwicklung bewertet wurde.

Und plötzlich ist AMD ist. Jetzt sollte doch Intel ihre Architektur am Markt werfen, welches wegen Bulldozer seit 5 Jahren in den Schubläden liegt!!!

Oder auch nicht, denn der (Itanium) Atom floppte wie die Larrabee- und die Quark-Architektur in jenen Märkten, für das sie eigentlich entwickelt wurde. Da ist es doch logisch, wenn Intel doch genauso die Core-Architektur mit volldampf entwickelte, aber nur paar % rauskriegten konnte. Denn es gibt jetzt auch Gerüchte, dass Intel eventuell eine APU für Apple mit Radeon-Cores machen. Natürlich statt den Larrabeen-iGPU-Cores oder den iGPU-Cores aus den aktuellen CPUs. Das wäre ja nicht nötig, wenn doch Intel uns mit einer Schubladen-"Wunder"-Core IX-Architektur überraschen würde, welche mit deutlich besseren IPC und Effizienz-Werten die schwächelnen iGPU-Werte mehr als kompensieren könnte. Eben wie sie es in den letzten Jahren machten. Denn immerhin unterstützen Intel GPUs ja auch schon OpenCL 2.0, welches bekanntlich von Apple erfunden worden ist.

Zusätzlich als fatal für die rote Konkurrenz hat sich der Fakt erwiesen, dass die deutlich höhere Abwärme der AMD-Prozessoren dazu führte, dass diese auf dem Notebookmarkt eigentlich komplett verdrängt wurden, weil hier das Watt/Performance-Verhältnis oftmals wichtiger ist als der einzige Vorteil, den AMD noch zu bieten hat: der Preis.
Was ich an dem Bulldozer-Bewertungen liebe ist, dass dabei die Fertigungs-Rückstand so wie in diesem Posting ignoriert wird. Also, als ob eine kleinere Struktur keinen Effizienz-Steigerungen bringen würde, was im Notebook-Markt (oder dem Server-Markt) fast schon automatisch 1:1 als Performance-Steigerungen bedeutet.

Gerade Notebookcheck hätte die Möglichkeit die Effizienz- und IPC-Steigerungen der einzelnen Architekturen sowie im Verhältnis zur Konkurrenz [Core iX vs Bulldozer und Atom vs Bobcat-Jaguar-Puma] über die Jahr mit nachvollziehbaren Fakten zu zeigen. Denn wenn Notebookcheck so 51 Tests in einem Monat (= Mai-2017) macht, dann könnte man schon alles mit so 20 Tests zeigen, wie es tatsächlich mit Atom, Bobcat, Core iX und Bulldozer aussah.

Denn als Bobcat (32nm) 2011 am Markt kam, da gab es den Atom noch im 45nm Node, der dann bis 2016 auf 14nm- runter ging, während "Bobcat" im selben 32/28nm-Node blieb. Die Begründung für den angeblichen Bulldozer-Flops, der 2011 unter der extremen Single-Thread-Verbreitung gelitten hatte, war ja das Core-Konzept mit einem Integer-Kern und einem FPU-Kern, wie man es von Core iX kennen. Das Bobcat dann so massiv am Boden verlor, war eben bei dieser Architektur fast ausschließlich die Fertigung, der dann noch unbedeutender wurde, als Bulldozer. Als Bobcat Anfang 2011 am Markt kam, hat der Fertigungs-Vorsprung von 28nm vs 45nm-Atom eben noch Bocbat massiv geholfen, den erhöten Stromverbrauch durch den deutlich höheren IPC zu kompensieren. Genauso wie es Core iX es genauso gegenüber den Bulldozer-Core machte. Große Core mit größeren Die-Fläche und somit größeren Transistor-Account verbrauchen eben deutlich mehr Strom, was nicht überrascht, weil die Transistor-Dichte ziemlich gleich bleibt.

[Wobei, Bulldozer bei Kaveri mit der IP-Technik, Streamroller mit der Automatischen Architektur-Entwicklung sowie Excavator mit dem High-Density-Verfahren weiterentwickelt wurde, während die Bobcat-Architektur damals von Grund auf mit diesen Techniken (wie später Zen) entwickelt wurde. Somit ist vom Bobcat-Konzept (1 Integer-Core und 1 FPU-Core) gegenüber dem CMT-Konzept vom Bulldozer] im Bezug auf Effizienz & Co zu sehen gewesen, nichts mehr von angeblichen Effizienz-Vorteil übriggeblieben,, als mit Excavator dann genauso mit all jenen Techniken wie Bobcat entwickelt bzw. weiterentwickelt wurde.

Zen ist im Grunde das Beste aus Puma & Excavator, wobei Jaguar-Puma viel Front-End-Technik von Bulldozer "bekam", der damals mit +40%-IPC-Steigerung bei gleichbleibenden 2-ALUs einen deutlichen IPC-Sprung machte, obwohl die Core-Größe von 4,6 auf 3,1mm² (-33%) sank.

Fakt ist nun, dass AMD mit Zen eine CPU-Kern-Architektur entwickelt hat, welche bei gleichguten IPC (oder meinetwegen 15% schlechteren IPC) so 15% kleiner ist als die Konkurrenz. Und das eben mit einer unechten 14nm-Fertigung, da 14nm-FinFET eine back-end-of-line Process von 20nm hat, wodurch Zen relativ gesehen ein noch viel kleinerer Core ist als Core iX. Vorallem, weil Zen mit 12 Metal-Layer statt 13 Metal-Layern des Core iX auskommt und so auch in der Höhe der kleinere Core ist.

Und wo bitte hat dann AMD gefloppt. Höchstens waren die Tests ein Flop, die die wahre Performance & Effizienz von Bulldozer und Bobcat nicht zeigten. Das Zen mit einem doppelt so großen Integer-Core trotzdem weniger Stromverbraucht als Bulldozer, liegt am doppelten Fertigungs-Sprung, der massive Effizienz-Steigerungen brachte. Aber wie Effizienz-Steigerungen bezüglich Fertigungs-Verkleinerungen gesehen wird, sah man ja eh bei Intel, welches dann Schlussendlich bei 32/28 vs 14nm lag.

Fazit:
Ich verstehe nicht, warum Notebookcheck so ein schlechtes Posting von einem Test einer anderen Seite bringen kann, obwohl sie selber vielleicht so 40-50 Tests pro Monat machen. Es gibt doch nichts schöneres als mit nachvollziehbaren Fakten zu arbeiten. Notebookcheck hätte doch die Möglichkeit dazu.

 

 
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