Das Modell mit Core Ultra X9 388H ist aus meiner Sicht die deutlich interessantere Variante, weil sie sich leistungsseitig weit vom Vorgänger mit Lunar Lake CPUs absetzen kann. Ich habe mehrere Wochen auf die Verfügbarkeit gewartet (lange war in Deutschland nur der hier getestete Core Ultra 7 355 verfügbar) und ich kann nur sagen: Das Warten hat sich gelohnt. Leistungstechnisch kommt das Gerät tatsächlich bei Multicore auf 60% mehr als der Core Ultra 7 355, in Single Core ist es deutlich weniger, vielleicht kann 7 - 8 Prozent. Wenig überraschend ist, das meine 16-Kern CPU auch nur kurz hohe Boost-Frequenzen erreicht - erstaunlich ist aber das Langzeitniveau, das das Gerät halten kann: dauerhaft 40 Watt TDP (bzw. laut HWInfo knapp darunter ca. 39 Watt). Mit dieser Leistung habe ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, auf das System warten zu müssen, ob beim Podcast-Schneiden, kurzen Videotutorials oder beim Arbeiten mit Hyper-V VMs - es läuft einfach ruckelfrei. Dass Lenovo für das Gerät einen sehr hohen Preis aufruft, steht außer Frage - andererseits bekommt man ein wirklich hochwertiges Gerät und die Nutzung macht Freude. Ich habe das Gefühl, dass die Produktentwickler und Ingenieure an vielen Details mit großer Sorgfalt gearbeitet haben. Was ich bei der Yoga-Reihe (und der ThinkBook-Reihe auch) schmerzlich vermisse, sind die Akku-Schwellwerte der ThinkPads. Wir haben nun schon seit 10 Jahren Generation ThinkPad Yogas im Einsatz (früher die 370er, letzt L13 Gen 2) und obwohl viele User oft mobil arbeiten, keine übermäßig verschlissenen Akkus. Gerade beim einem Notebook wie dem Yoga Slim 7i Ultra, das bei Office Tasks gut 12 Stunden und vielleicht sogar länger hält, könnte man einen Schwellwert von 40 % als untere Ladeschwelle einstellen und hätte dann im worst case immernoch mehrere Stunden Laufzeit. So bleibt nur der "Erhaltungsmodus", der den Akku erst bei unter 75% anfangt zu laden und auch nur bis 80% auflädt. Ansonsten ein ganz ausgezeichneter Alltagsbegleiter für nahezu alle Lebenslagen.