Selten so einen unfassbaren Schwachsinn gelesen. Dein Kommentar ist ein typischer beleidigender Post von jemandem, der entweder absolut keine Ahnung von den globalen Zusammenhängen hat oder die Faktenlage schlichtweg naiv und dumm ignoriert. Bevor du hier irgenwen mangelndes Kontextverständnis vorwirfst, solltest als erstes du lesen lernen, Hirn einschalten und dann die nackten Zahlen verstehen.
Klingt im ersten Moment total entspannt, was du da schreibst, so als würde es allen super gehen
Aber dein Blödsinn ist schon fast fahrlässig naiv. Du degradierst einen historischen Strukturbruch zu einer völlig normalen Standortdebatte.
Nehmen wir mal die Zulieferer. Dass die Margen dort durch die Konzerne seit jeher brutal gedrückt werden, ist ein alter Hut. Aber was wir hier gerade sehen, ist keine normale Marktbereinigung mehr. Wenn die Gesamtbeschäftigung auf ein 14-Jahres-Tief kracht und allein im vergangenen Jahr knapp 50.000 Jobs rasiert wurden, ist das ein systemischer Kollaps. Seit 2019 ist fast jeder 4. Job in der Zulieferindustrie einfach weg. Das ist nicht nur ein bisschen gesundschrumpfen von Betrieben, die angeblich blind auf den Verbrenner gesetzt haben. Da bricht das komplette Innovationsnetzwerk der deutschen Industrie zusammen. Wenn der Mittelstand stirbt, bauen die großen Konzerne bald überhaupt nichts mehr, weder hier noch im Ausland.
Das Argument zum Thema China ist ebenfalls komplett dämlich. Was soll der Verweis auf die lokale Produktion der deutschen Autobauer in China als den ewigen Rettungsanker? Blöd oder, dass genau dieses lokale Geschäft den Herstellern dort drüben gerade massiv um die Ohren fliegt, weil die asiatische Konkurrenz sie technologisch und preislich schlichtweg deklassiert. Das hohe Volumen vor Ort nützt rein gar nichts, wenn die Marktanteile schmelzen und die Gewinne im dortigen Preiskampf einfach verdampfen.
Und warum dieser historische Kipppunkt in der Handelsbilanz ein absolutes Alarmsignal ist? Weil aus einem gigantischen Exportüberschuss von 23 Mrd. Euro im Jahr 2019 mittlerweile ein massives Defizit von 6 Mrd. Euro geworden ist. Die 22 Mrd. Euro an asiatischen Importen sind keine irrelevanten Nischenprodukte. Die zielen exakt auf das Volumensegment ab, das die europäischen Hersteller im Heimatmarkt zwingend zum Überleben brauchen. Das ist ein direkter Frontalangriff auf das Kerngeschäft in Europa, der durch das schwächelnde China-Geschäft längst nicht mehr ausgeglichen werden kann.
Es geht hier also mitnichten nur um zu teure Produktion in Deutschland. Die europäischen Konzerne verlieren global extrem an Boden, weil sie bei den Themen Software und Akku-Technologie den Anschluss verpennt haben. Wer das als übliches Gejammer abtut, hat die Dimension dieser Zäsur absolut nicht begriffen.