Die Aussagen in dem Artikel zur Lichtstärke (im Artikel Lichtsensitivität genannt) der diversen Objektive ist für Nicht-Fotografen vielleicht verwirrend. Im Artikel wird der Oppo Manager folgendermassen zitiert:
Zhuo betont, dass die Lichtsensitivität um 136 Prozent über dem 3x Telefoto des Oppo Find X8 Ultra liegen wird und auch bei 6x Zoom noch 23 Prozent mehr Licht eingefangen werden kann als beim dedizierten 6x Telefoto des Vorgängers.
Prozent sind in der Fotografie, was die Belichtung anbelangt, kein Maßstab.
Es gibt keine Kamera oder Smartphone-Kamera bei der die Belichtung (Belichtungszeit, Blende, "Filmempfindlichkeit" in Prozent angezeigt oder eingestellt wird.
Diese Unterschiede bei der Lichtstärke der Objektive in Prozent zu definieren ist eher verwirrend.
Weiters steht im Artikel:
Während die 35mm Hauptkamera von Vivo nur eine F/1.85 Blende bietet, sind es bei der 23mm Optik des Oppo Find X9 Ultra offenbar F/1.5.
In der Fotografie kann man mit den aktuellen Kameras die Blenden in 1/3 Stufen einstellen. Das gilt mittlerweile für viele Consumer-Kameras als auch für die Kameras jenseits von 5.000 €.
Der Unterschied von Blende f/1.85 zu f/1.5 ist ca. 1/3 Blende.
1/3 Blende Unterschied ist bei allen modernen Kameras vollkommen vernachlässigbar da alle Sensoren hinter den Linsen einen so grossen Dynamikumfang haben dass dieser Unterschied nicht sichtbar sein wird.
Dazu kommen Toleranzen bei der Produktion der Sensoren und bei den Objektiven.
Im Artikel ist auch zu lesen:
Sowohl Oppo als auch Digital Chat Station erwähnen zudem ein lichtstärkeres 14mm Ultraweitwinkel, obwohl Vivo hier aufgrund der Sensorgröße wohl die Oberhand behält.
Die Blende spielt aber auch eine Rolle was die Schärfe eines Objektivs betrifft.
Bei Weitwinkelobjektiven (alle Objektive unter 50mm Brennweite) ist es oft besser um zB. 1 Blende abzublenden also die Blende zumachen, zB. von f/2.8 auf f/4.0 (= 1 Blende), um auch die Details am Rand scharf abzubilden.
Bei (Ultra-)Weitwinkel ist die Randschärfe auch immer ein Thema!
Da kann die grössere Blende und höhere Lichtempfindlichkeit auch ein kleiner Nachteil sein da man, bis auf wenige Ausnahmen, bei Smartphones die Blende nicht mechanisch verstellen kann wie bei einem Objektiv auf einer Systemkamera.
Das mechanische Verstellen der Blende kann man auch bewusst einsetzen um die Tiefenschärfe zu erweitern oder zu verringern, zB. bei Portraits.
Smartphones maskieren den Teil um einen Kopf und legen eine Unschärfe darüber um die geringere Tiefenschärfe zu simulieren.