Die Entwicklung hat schon vor längerer Zeit eingesetzt, auch wenn manche das nicht sehen möchten (und selbst Unternehmen wie Porsche falsch einschätzen). Auch die Vermutung, solche Zahlen fussten nur auf unternehmerischen und steuerlichen Zwängen ist falsch, diese würde sich zudem eh nur auf Deutschland beziehen.
Seit mehreren Jahren schon sind e-Autos die einzige Antriebsgruppe, die konstante Zuwächse erzielt, und zwar in ganz Europa. Auch dort, wo keine Subventionen fliessen. Das Dilemma für die Hersteller: während Verbrenner-Verkaufszahlen konstant schrumpfen, hatten sie trotzdem noch einen hohen Anteil am verkauften Volumen. Worin also investieren: in hohe Volumina, die zudem mit amortisierter Infrastruktur produziert werden können, aber sichtbar und langfristig verschwinden werden, oder auf Nischen, die hohe Investitionen und geringere Margen erfordern, aber konstante und hohe Zuwächse zeigen?
Jede langfristige Entscheidung (Produktionsstandorte, Investitionen in Maschinen etc.) fällt vor diesem Hintergrund ganz klar Richtung Elektro, während Verbrenner noch für Erträge sorgen, so lange es eben geht. Wo aber an Investitionen und Entwicklung gespart wird, um die Erträge hoch zu halten, da ist auch klar, wie die langfristige Zukunft aussieht: es gibt keine, zumindest keine wesentliche. Und die Märkte, die langfristig noch Verbrenner benötigen (3. Welt inkl. USA), sind für die deutsche Automobilindustrie grösstenteils irrelevant. Diese deckt China mit Billig-Fahrzeugen ab, in den USA ist nur ein Teil des Luxus-Bereichs interessant.
Man mag daher noch herumheulen ob er vermeintlichen Märchen der Elektro-Mobilisten: der Zug ist schon lange abgefahren. Das einzige, was mich erstaunt, ist eine deutsche Regierung, die meint, eine Mobilität subventionieren zu müssen, die sich sowieso schon durchsetzt. Ausser den Margen der Hersteller wird damit gar nichts verbessert.