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Zusammenfassung

Autor: Sebastian Jokisch
« am: November 23, 2018, 20:20:10 »

50 Millionen Euro Förderung für Video-Spiele? Als ich Tankred heute das im Bundestag hab sagen hören, da wurde ich hysterisch.
Zumal jeder Spieler weiß, dass mit 50 Millionen gerade mal so ein sehr aufwendiges Spiel produziert werden kann oder mehrere kleine Titel produziert werden können.

Doch nicht die Spiele an sich liegen dem Tankred und dem Scheuer am Herzen. Dann hätten sie Spieleentwicklung als Teil der Kunst verstanden und dementsprechende Absicherungsmechanismen entwickelt, wie sie auch Künstlern in Deutschland zugute kommen.

Nein, Party-Scheuer will an die Pay-to-Win-Milliarden und hat die etlichen Millionen Euros im Blick, die für Minispiele ausgegeben werden. Entweder bei den Anschaffungskosten oder eben bei den genannten Vorzugsfunktionen, die man sich durch echtes Geld freikauft. Sicher ist auch der riesigen Werbe- und Datenhandelmarkt dahinter im Blickfeld seiner Begierde.

Wer glaubt, mit der Förderung werden Spiele wie vor 15 Jahren bezuschusst, der irrt gewaltig. Es geht um kein Final Fantasy, um kein Grand Tourismo, kein klassisches Fifa oder Comand & Conquer. Es geht um Tetris, um Angry Bird aber viel mehr um solchen Quatsch wie Panzergeneral, Clash of Titans und son Müll. So gut wie keine Kosten bei der Produktion/Entwicklung (weil auch kein Inhalt) aber dafür die Eignung den Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. In Sachen Tetris, wo es schnell langweilig werden soll, um sich ein neues Spiel zu kaufen (ganz altes Prinzip) und in Sachen Clash of Titans, die mit Mehrspielermodus und Dominazverhätschelung ("Mach jetzt alle platt, du hast die Größten"...^^) durch Pay-to-Win-Inhalte abzocken. Das Thema KI ist dabei völlig verschwendet. Mittlerweile sind die Rechenkapazitäten stark genug, um Spieler zu simulieren. Aber um Einzelspieler gehts ja auch garnicht. Bot-Netzwerke in Spielen ist wahrlich ein alter Hut. Schon heute spielen viele Testosteron-Kanonen im virtuellen Nimmerland.

Nein, es geht nur um eine billige, schnelllebige Million für Scheuer. Das gerade das Pay-to-Win Modell ähnlich wie dem Abo-Modell eine Falle für die Jugend (und nicht nur der) darstellt und Schulden von schonmal 50.000 Doller entstehen können (Extrembeispiel, aber nicht ungewöhnlich!), ganz zu schweigen von der Dauerbelastung die wie durch ein Tamagochi (los Ei, stirb endlich xD) entstehen können, aber auf viel perfidere Art und Weise (weil ja das Telefon eben ständig Online sein muss, sogar zum Telefonieren oder Nachrichtenschreiben).

Und all die Abarten will Scheuer unterstützen. Aber ich lass mich gerne 2019 von einem Gegenteil überzeugen. Denn dann müsste ein solches Spiel ja eigentlich das Zeichen des jeweiligen Bundesministerium tragen (also hier in dem Falle des Verkehrsministeriums), das das Projekt halt gefördert wurde. Ich stell mir das schon witzig vor, wie Scheuer auf einmal für Abzockspiele gerade stehen muss. Ich glaub nicht, dass er das durchdacht hat. Aber vermutlich wird auf die Kennzeichnung eh verzichtet und nur die Opposition bekommt das mit.

Und wie gesagt, wirklich aufwendige Spiele, zu denen sogar noch Drehbücher für die Zwischensequenzen geschrieben werden müssen und richtige Spieleentwickler und Autoren dahinter stehen, dass wird es nicht geben. Dieser Markt ist schon seit einigen Jahren ausgestorben und wird nur noch Spatenhaft von den letzten überlebenden Spieleschmieden gehalten oder von halbgaren Kick-Starter-Entwicklungsteams durchsetzt. So schade ich das finde, aber die klassiche Video-Spieleentwicklung ist vorbei. Vermutlich kann man noch das meiste rausholen, wenn ein Spieleentwickler den Rahmen vorgibt, die Geschichte und die grobe Mechanic und die Modder und Fans basteln dann daran rum, bis es etwas geworden ist. Doch das wird leider nicht funktionieren, weil ohne ein spaßiges Spiel gibts auch keine Modder und Fans.

Bleibt zu hoffen, dass sich mal ein richtiger Video-Spiel-Befürworter in der Politik zeigen wird und der auch entsprechenden Einfluss gewinnt, um Spieleentwicklung als Teil der Kultur und auch der Bildung (sogar Tetris übt ein wenig räumliches Denken, von der ganzen Geschichtsballung der Rollenspiele garnicht zu sprechen) zu verstehen und sie dauerhaft und ernsthaft zu fördern.
Autor: Redaktion
« am: November 09, 2018, 17:05:14 »

Die Bundesregierung plant im neuen Haushalt stolze 50 Millionen Euro Förderung für Computerspiele ein. Damit dürfte sich für Deutschland als Standort für Spieleentwickler einiges ändern.

https://www.notebookcheck.com/Bundeshaushalt-50-Millionen-Euro-fuer-Spielefoerderung.358186.0.html

 
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