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Autor Thema: Geschäftszahlen: Nvidia macht mehr Umsatz, aber weniger Gewinn  (Gelesen 727 mal)

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Nvidia hat die Bilanzzahlen für sein Geschäftsjahr 2016 und das 4. Quartal im Fiskaljahr 2016 vorgelegt. Der Umsatz des Grafikchipherstellers kletterte um 7 Prozent auf 5 Mrd. Dollar. Nvidias Gewinn sank hingegen leicht um 3 Prozent auf 614 Mio. Dollar.

http://www.notebookcheck.com/Geschaeftszahlen-Nvidia-macht-mehr-Umsatz-aber-weniger-Gewinn.159448.0.html

JKM

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Re: Geschäftszahlen: Nvidia macht mehr Umsatz, aber weniger Gewinn
« Antwort #1 am: Februar 18, 2016, 20:59:36 »
Wenn man dieses Ergebnis aus jetziger SIcht betrachtet, dann wirkt das Ergebnis (im Vergleich zu AMD) überragend, wo Nvidia eigentlich von nun an (siehe Tegra) Golden Zeiten vor sich hat, während AMD weiter am Zurückfallen scheint.

Aber wenn man die Zukunft berücksichtig, könnte die Geschäftzahlen von heuer die letzten Guten ihrer Geschichte sein. Denn es reicht die Markting-Folien (Ableitung von Flops-pro-Watt & Co) von Nvidia anzuschauen, die eigentlich nur "4-TFlops"-Double-Precise (= "nur" hypotetische Fury-Niveau) sowie 12 TFlops für Titan (Spiele-High-End-&-Worktstation) ankündigen. Falls AMD dann wirklich die doppelte Spiele-Effizienz (16TFlops) erreicht, könnte AMD erstmals die Single-Precise-Performance-Krone (Workstation) und Double-Precise-Performance-Krone (HPC-Tesla) erreichen. Das hat AMD bisher nicht geschafft. Im Spiele-Markt wäre AMD nicht automatisch Führender, weil AMD-Flops nicht automatisch gleich Nvidia-Flops ist.
Wobei diese obengenannten Zahlen von beiden Seiten eher kaum 2016 erreicht werden. Aber wenn einer eine Fertigungs-Umstellung bisher smoother überstanden hat, dann war es AMD.

Im Notebook-Markt wirkt die Sache auch nicht besser.
Schließlich soll Nvidia laut Nvidia-Ankündigung die doppelte Effizienz nur mit HBM schaffen, die nicht im Notebook-Markt eingesetzt werden soll. AMDs 14nm-GPU-Präsentation, welche natürlich besonders so ins Sicht gedreht wurde, um besonders zu glänzen, soll zwar auch doppelte Effizienz erreichen, aber eben ohne HBM. Das weitere Problem von Nvidia ist die Auslieferung der 16nm-GPUs von TSMC. Nicht nur das jetzt das Erdeben zusätzliche Lieferverzögerungen bringen könnte, sondern es scheint, dass TSMC sowieso generell später mit ihrer Fertigung kommen. Damit könnte Nvidia das Skylake-Refresh verpassen, welches praktisch das Back-to-School und Weihnachtsgeschäft (siehe DX11-40nm-GPUs 2010 von Nvidia) entspricht.

Abgesehen davon, dass die Massen-GPU beim PC durch die immer stärken iGPUs bzw. durch die immer Stärken APUs von AMD immer irrelevanter werden. Wobei eigentlich VR da wieder etwas Hoffnung macht, aber VR wird nicht so schnell die Stückzahlen von PCs (Notebook, Desktops) erreichen.

Tegra hingegen scheint wieder etwas am Boden zu gewinnen.
Aber das heißt noch nichts, weil die Tegra-Sparte schon 2 mal (nach Tegra 2 und Tegra 3) einen Herben Rückschlag erleben musste. Wobei der Rückschlag daran lag, dass die Konkurrenz auch Dual-Core-Dies (vs Tegra 2) machte und endlich 28nm-Quads (vs 40nm-Quad-Tegra 3) von TSMC in guter Menge & Yields bekam. So wie Nvidia mit Tegra 2 im Tablet-Markt die ersten waren, so sind sie es jetzt im Automotiven Markt. Langsam formiert sich die Konkurrenz, die sich mit dem "20nm-Ausfall" und der 14nm-Verspätung erst 2016 so richtig aufkommen wird.

Ich bin auf die Zukunft sehr gespannt.
Eigentlich hätte der 14nm-Tegra-Denver+Pascal aus meiner Sicht fast die größten Chancen, weil dicke eigene schnelle ARM in Zukunft immer mehr gefragt werden sowie Pascal für Tablets einen Mega-GPU-Performance-Sprung erhalten sollte. Aber von dem hört man nichts, während die Konkurrenz heuer immer mehr 14nm-Chips am Markt bringt. Und das überrascht etwas, weil ein 14nm-Tegra fertigungstechnisch nicht so ein Problem sein muss wie die >300mm²-Spiele-GPUs.

Gleichzeitig müsste Nivdia die Auslieferung von 16nm-Notebooks-GPUs hochfahren, falls AMD wirklich Mitte 2016 mir ihren GPUs daherkommt, weil ein doppelter Effizienz-Sprung (sei es temporär) schon ziemlich überzeugend wäre.

Und dann gibt es noch die Desktop-Spiele-GPUs, die teils noch mit HBM kommen.
Anders als Früher dürfte noch der Faktor Fertigungsfirma (TSMC vs Globalfoundries) ein entscheidender Faktor sein.
1Quartal Verspätung kann Nvidia noch gut ohne Finanzauswirkungen (siehe Vergangenheit) verkraften. Ab 2 Quartale Verspätung wird es problematisch.

Eigentlich drängt die Zeit für Nvidia gewaltig, weil AMD ihre 14nm-GPUs schon Mitte 2016 per Notebooks am Markt verkaufen will, womit der Chip-Produktionsstart kurz bevorsteht, wenn er nicht schon stattgefunden hat.
Ich warte jeden Tag gespannt auf die relevante News von Nvidia, die "Überraschend" eine Produktionsstart oder sonstiges Relevantes verkündigen.

Denn eines sollte klar sein.
Zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 ist das Jahr von AMD.
Dabei geht es nicht nur um 2016 mit 14nm-Zen in den APUs, sondern auch 2017 mit HSA-APUs vs Tesla und K12 vs Tegra.

Jede Verzögerung von 14nm-Tegra kommt dem K12 zu gute.
Ob es AMD schafft mit K12 performanter und effizienter zu sein, muss sich erst zeigen, aber aufgrund der jahrelangen CPU-Erfahrung wäre es nicht soooo überraschend.

Also, ich finde die Zeit zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 könnte die spannenste Zeit in den letzten 20 Jahren werden. Zwar hätte es auch 2011 mit Llano-APU, 32nm und Bulldozer sein können, aber da hat AMD bewiesen, dass sie die Erwartungen (basierend auch auf paar relevante Lügen) nicht erfüllen konnten.

 

 
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