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Autor Thema: Intel: Standortschließungen in Deutschland  (Gelesen 1153 mal)

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Intel: Standortschließungen in Deutschland
« am: Mai 22, 2015, 13:37:35 »
Die anhaltenden Schwierigkeiten bei den Chips für Smartphones und Tablets zwingen Intel zu Standortschließungen seiner Mobilsparte in Deutschland. Betroffen sind Dresden, Regensburg und Ulm.

http://www.notebookcheck.com/Intel-Standortschliessungen-in-Deutschland.142969.0.html

JKM

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Re: Intel: Standortschließungen in Deutschland
« Antwort #1 am: Mai 22, 2015, 14:23:52 »
### Laut Intel gehe es bei dieser Maßnahme darum, "die Effektivität zu verbessern und kurze Wege bei wichtigen Arbeitsgruppen zu gewährleisten" ###

Das ist irgendwie eine interessante Aussage.
Denn wenn man diese Betriebe jetzt schließt, dann können sie wohl kaum wichtig sein. Es werden wohl kaum Leute paar Hunderte km wegen diesen Job umziehen. Vorallem, wenn man die letzten Jahre (Infineon, Intel) keine erfolgreichen Produkte am Markt brachte.

Eine solche Umstrukturierungen kann ja auch nur bedeuten, dass sie momentan keine großartigen Produkte kurz vor der Markteinführung haben.

Es ist schon ziemlich faszinierend wie erfolglos Intel in jenen Märkten ist, die sie nicht beherschen. Da kann man sich ja schon fast Sorgen um Intel machen, wenn AMD wieder mal zurückkommt. Schließlich ist Intel Hauptgeschäft, der PC-Markt, schon länger kein Wachstumsmarkt mehr.

Gast

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Re: Intel: Standortschließungen in Deutschland
« Antwort #2 am: Mai 22, 2015, 15:35:20 »
Schließlich ist Intel Hauptgeschäft, der PC-Markt, schon länger kein Wachstumsmarkt mehr.

Ich glaube inzwischen ist Intels Hauptmarkt in den Bereich DataCenter, sprich Server, gewandert. Diverse große Cloud-Anbieter (Amazon und MS) kaufen so gut wie nur Server mit Intel-Chips. Die Gewinne in dem Bereich sind in den letzten Jahren ganz ordentlich gewachsen.

Robert Jasiek

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Re: Intel: Standortschließungen in Deutschland
« Antwort #3 am: Mai 22, 2015, 15:37:32 »
Obwohl die Atoms bei Energieeffizienz und Geschwindigkeit konkurrenzfähig mit ARMs sind, sind die Atoms offenbar teurer in der Herstellung. Intel führt zwar die Technologie an, aber nicht das Kosten-Gewinn-Verhältnis. Eine Standortverlegung nach Osteuropa oder Asien wird das auch nicht lösen. Intel muss an Produktionsprozessen und Ausbeute forschen.

Apple-CPUs sind offenbar noch energieeffizienter, da sich damit lange Laufzeiten erreichen lassen. Auch manche ARMs sind für lange Lautzeiten gut, wie etwa der Synapdragon 410.

Intels Plan war, Geschwindigkeit und Energieeffizienz stark weiter zu steigern, aber die Verzögerungen bei BayTrail und CherryTrail zeigen, dass die Roadmaps diesmal Wunschdenken waren und vielleicht an der Physik gescheitert sind. Intel ist zwar technologisch auf dem besten Weg, ARM und Apple-CPUs zu überholen und dauerhaft abzuhängen, aber die Steigerungsraten müssten zunehmen.

Es bleibt also die nächsten Jahre spannend, ob Atom, ARM oder Apple-CPUs das Rennen gewinnen werden. Alle drei sind noch klar im Spiel.

Anton Scheu

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Re: Intel: Standortschließungen in Deutschland
« Antwort #4 am: Mai 23, 2015, 12:56:53 »
Zitat
Es werden wohl kaum Leute paar Hunderte km wegen diesen Job umziehen. Vorallem, wenn man die letzten Jahre (Infineon, Intel) keine erfolgreichen Produkte am Markt brachte.

Doch werden sie oder sie pendeln. Regensburg, München sind nur 120km einfach. Ich wäre sogar bereit nach Timbuktu umzuziehen, bei doppeltem Gehalt.

JKM

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Re: Intel: Standortschließungen in Deutschland
« Antwort #5 am: Mai 27, 2015, 10:44:23 »
### Gast ###
Ich glaube inzwischen ist Intels Hauptmarkt in den Bereich DataCenter, sprich Server, gewandert. Diverse große Cloud-Anbieter (Amazon und MS) kaufen so gut wie nur Server mit Intel-Chips. Die Gewinne in dem Bereich sind in den letzten Jahren ganz ordentlich gewachsen.

Das Umsatz-Verhältnis von PC zu Server ist 2:1
Ich habe mir die Zahlen von 2006 angesehen (= Ende der Netburst-Ära) und da dürfte es dieses 2:1 Verhältnis auch gegeben haben. Wobei das geschätzt ist, weil der Umsatz heute in Server und PC getrennt ist, während es damals in Desktop und Notebook getrennt war.

Damit ist der PC-Markt noch immer Intels Hauptgeschäft.

Der Gewinn mit Server ist heute genauso hoch wie der Gewinn mit dem PC. Und dies wäre auch ein Indiz dafür, dass mit Servern einfach mehr Geld zu machen ist, weil der PC-Markt eben gesättigt ist.

Früher gab es im Notebook- und Server-Markt noch einen ständigen Bedarfswachstum an Effizienz und Performance. Mittlerweile ist das nur mehr bei den Servern.

Somit wird der Server-Markt in Zukunft immer wichtiger.
Gerade im Server-Markt sehe ich die große Chance von AMD, weil sie die einzigen mit fortschrittlicher GPU- & CPU-Entwicklung sind.
Während AMD "bald" im Server-Markt mit einem Server-CPU, Server-GPU und Server-HSA konkurrieren kann, kann es Intel "nur" mit einer Server-CPU und mit Larrabee (HSA? oder GPU?)

Welches Potential z.B: ein HSA-Server hat, wissen wir eigentlich nicht, weil das Potential der 4 Jahren alten GCN 1.0 (mit bisher ungenutzten Asyncron Shaders) wegen fehlenden Unifiend Memory & Co bisher noch nicht zu sehen war. Seitens Server-GPU bietet AMD schon die effizienstesten Supercomputer an.
Und würde ein Zen tatäschlich nur angebliche +35% mehr IPC als ein Puma erreichen, so hätte AMD doch längst einen 32-Core-APU-Server-Prozesser (8x 15W-Beema) oder 64-Core-CPU-Server-Processer mit Puma-Core und 120W-TDP in den Markt geworfen, oder nicht! ;-)

Aus diesem Grund würde es mich nicht überraschen, wenn AMD nächstes Jahr aus einem 8-Core-FX-Desktop-Die einen 32-Core-Server-CPU mittels MCM 2.0-Technik macht.
Siehe die MCM-Technik bei Magny Cours von 2010, wo 2 Dies zu einer CPU "gelötet" wurde.
Selbiges mit einem 4-Core-Notebook-APU, der zu einem 16-Core-Server-APU gemacht wird.

In Zeiten der HBM-Technik-Einführung wäre diese Möglichkeit denkbar, vorallem wenn es schon Gerüchte um 32-Core-CPUs und 16-Core-APUs gibt.
Die Verfügbarkeit von Dies in allen Märkten ist eine Große Herausforderung.
Selbst der Intel-Gigant hat da seine Probleme, weshalb sie bis heute keine Atoms mit integrierten Funktechnik zusammenbrachten, während die Konkurrenz ständig neue Modelle am Markt wirft.


###   Robert Jasiek   ###
Es bleibt also die nächsten Jahre spannend, ob Atom, ARM oder Apple-CPUs das Rennen gewinnen werden. Alle drei sind noch klar im Spiel. ###

Ich glaube, es wird ein großes Rennen, die auf 3 Ebenen stattfinden werden.

1.Ebene - Core-Architektur
x86 (teuer; Intel-Atom, AMD-Zen) vs ARM-Standard-Lizenz-Cores (billig; A15/A57/A72) vs ARM-Eigenentwickelte-Cores (teuer; Apple-Denver, Qualcomm-Kyro, Nvidia-Tegra, AMD-K12)

2: Ebene - Die-Architektur
CPU-Only (billig) vs GPGPU (billig) vs HSA (teuer)

3. Ebene - Fertigungs-Typ
OwnFabrics (teuer) vs Foundrys (billig)

Wobei die Ausgeglichenheit und Reife von Gesamtplattformen sowie deren Produkt-Zyklen auch eine große Rolle besitzen.

Genau das ARM-Erfolgsmodell im Smartphone und Tablet-Markt könnte zeigen, dass Intels alter Weg in Zukunft vielleicht nicht nur im Smartphone- und Tablet-Markt nicht mehr funktioniert, sondern auch IoT, Notebook, Desktop und Server-Markt.

Auch wenn Intels 14nm-Fertigung hochwertiger (ausgereifter & effizienter) ist, aber die Atom-Konkurrenz (Samsung) liefert schon längst 14nm-Chips aus, während Intels 14nm-Atom noch immer auf sich warten lässt.

Genau diese 14nm-Verspätung könnte für Intel zu einem noch schlechteren Tablet- und Smartphone-Markt führen, als sie es letztes Jahr erlebt haben. Schließlich verfällit der Fertigungs-Vorsprung deutlich von 28nm-Bulk vs 22nm-3D auf 14nm-FinFET vs real 14nm-3D. Die fehlende integrierte Funktechnik fehlt noch immer.

 

 
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